Der FC Sachsen hat den Klassenerhalt geschafft, wird die Oberliga-Saison mindestens auf Rang 10 beenden und hat – einen Sieg bei der Übermannschaft von Halberstadt am letzten Spieltag vorausgesetzt – noch die Chance, den Lokalrivalen aus Probstheida hinter sich zu lassen. Seit der Rückkehr in den Alfred-Kunze-Sportpark vor zwei Jahren waren die Ränge in einem Ligaspiel nicht mehr so gut gefüllt wie heute (2500 Zuschauer). Nach Abpfiff strömten die Fans auf den Platz, schlossen ihre Spieler in die Arme, brüllten “Chemie!”. Doch Grund zum Feiern gab es nicht. Der FC Sachsen Leipzig hat den Balanceakt am Abgrund nicht geschafft und verschwindet schon bald aus dem Vereinsregister.
Mich persönlich verbindet mit dem FC Sachsen eigentlich wenig, eigentlich viel. Eigentlich viel, weil ich beim FC Sachsen Leipzig in meiner Kindheit einige Jahre Schach gespielt und an landes- und bundesweiten Turnieren teilgenommen habe. Und eigentlich wenig, weil sich unsere Wege mit meinem temporären Wegzug aus Leipzig getrennt haben. Als ich mich nach vielen Jahren mal wieder einem Leipziger Verein gewidmet habe (aufgrund der Distanz meist über den MDR-Videotext), war dies zunächst der dahinsiechende VfB Leipzig, später dann die frisch renovierte Lokomotive, und mittlerweile sind es die Dosen. Mein Interesse für den FC Sachsen kehrte erst mit dessen Abstieg in die Oberliga und Rückkehr in den Alfred-Kunze-Sportpark zurück. 2009 gingen mit Sachsen, Lok und RB gleich drei Leipziger Vereine in der Oberliga an den Start – das gab von der Konstellation so viel her, dass ich mich auch prompt mit allen dreien beschäftigte.
Zum Oberliga-Start gastierte damals in Leutzsch eine Mannschaft, die kurz darauf auch in Markranstädt einer rot-weißen Mannschaft in die Suppe spuckte: Budissa Bautzen. Der Gast siegte vor über 2000 Zuschauern mit 1:0, FCS-Stürmer Norman Lee Gandaa verschoss einen Elfmeter. Der Fußball schreibt die schönsten Geschichten, doch dazu später mehr.
Der insolvente FC Sachsen blieb bis zum 5. Spieltag sieglos. Gleichzeitig ging abgesehen von der Auftaktpleite bis zum 12. Spieltag aber auch keine weitere Partie verloren, sodass der FCS, der selten mehr als ein Tor kassierte oder schoss, auf den sechsten Platz kletterte und auf diesem auch die Saison beendete. Mit 15 Punkten Vorsprung vor Lok. Am letzten Spieltag versauten die Leutzscher schließlich noch den Rasenballern mit einem hochverdienten 2:1 die Aufstiegsparty. Mit einem Familienfest auf der Festwiese, über 20 000 Zuschauern (die, wenn ich mich richtig erinnere, der kürzlich gefeuerte RB-Pressesprecher Hans-Georg Felder prognostizierte) und natürlich einem Sieg auf dem Rasen wollte Red Bull Werbung für seine Filiale in Leipzig machen. Dem machten die leidenschaftlich kämpfenden Sachsen einen Strich durch die Rechnung. Sportlich beeindruckend, wirtschaftlich-finanziell noch immer fragil – der FC Sachsen im Sommer 2010.
Nicht Teil dieser hoffnungsfroh stimmenden Saison waren Spieler und Fans der BSG Chemie. Diese hatten sich bereits zwei Jahre zuvor vom FC Sachsen abgespalten und – im Gegensatz zu Probstheida “freiwillig” – den Neuanfang in der untersten Spielklasse gewagt. Drei Jahre später ist den Chemikern der dritte Aufstieg im dritten Jahr nur noch rechnerisch zu nehmen, die dritte, zweite und erste Kreisklasse gehören in der kommenden Saison der Vergangenheit an. Zuletzt sorgte ein Spiel bei der zweiten Mannschaft von Kickers Markkleeberg für Schlagzeilen: Etwa 800 Fußball-Fans sahen sich dort ein Spiel in der 10. Liga an. Zu den Heimspielen im Willi-Kühn-Sportpark in der Merseburger Straße kommen stets ein paar hundert Zuschauer, heute waren es 307. LVZ-Online hat die Ballsportgemeinschaft vor Kurzem in ihr Fußball-Portal “Knipser” aufgenommen, neben den “Big 3″. Was zunächst etwas merkwürdig anmutete, schien sich kurz darauf als prophetische Eingebung zu entpuppen. Zumindest als Vorahnung. Denn am vergangenen Dienstag ließ ebenfalls LVZ-Online eine Bombe platzen und meldete, dass Insolvenzverwalter Heiko Kratz den FC Sachsen dicht macht. Für viele Außenstehende kam diese Nachricht aus dem Nichts.
Noch vor einem halben Jahr schien der FCS auf einem guten Weg. Der mittlerweile zurückgetretene Boss Lars Ziegenhorn sprach nach einer sportlich ansprechenden Halbserie von der Rückkehr in die Regionalliga und sah seinen Verein wirtschaftlich offenbar schon wieder gesundet. So lehnte er beispielsweise eine Anfrage seitens der BSG Chemie ab, die ihre Heimspiele im Kunze-Sportpark austragen wollte, und sorgte somit offenbar für verhärtete Fronten.
Sechs Monate später hat der FC Sachsen eine Eintracht Frankfurt nachahmende Sieglos-Serie hinter sich, die – logisch – erst im Derby gegen die Lok und somit gerade noch rechtzeitig ihr Ende fand. Während die Leutzscher im sportlichen Bereich also noch einmal mit einem blauen Auge davonzukommen schienen, sorgten andere Bereiche für Kopfschmerzen in der Führung. So wurde bekannt, dass ein großer Teil der Mitglieder seine Beiträge nicht zahlt. Außerdem sanken die Zuschauerzahlen bei Heimspielen auf unter 1000 und somit auch unter den kalkulierten Schnitt. Gerade der Zuschauerschwund folgte dem Bekanntwerden eines Kooperationsabkommens mit RB Leipzig. Damit verhält es sich vermutlich ein wenig wie mit der Finanzkrise und den “Pleitestaaten”. Sowohl die Finanzkrise als auch das Abkommen mit RB haben das Tüpfelchen auf das i gesetzt. Doch ein schwerer Sanierungsfall waren sowohl diverse Staaten als auch der FC Sachsen. Griechenland ist ohne Schuldenschnitt vielleicht nicht überlebensfähig. Der FC Sachsen ist definitiv am Ende.
Der Wegfall von Sponsorengeldern, nicht gezahlte Mitgliedsbeiträge, die hohen Kosten des maroden Alfred-Kunze-Sportparks, die Abspaltung der Chemie-Leipzig-Fraktion und ein schmerzhafter Zuschauerrückgang
sind laut Insolvenzverwalter Heiko Kratz die Gründe für seine Entscheidung, den FCS zum Saisonende abzuwickeln.
Ich persönlich halte die Struktur hier für nicht sanierungsfähig
Das große Fußball-Drehbuch wollte es nun so, dass die Geschichte des FC Sachsen Leipzig so endet wie das letzte Kapitel begann: mit einem Heimspiel gegen Budissa Bautzen vor über 2000 Zuschauern, welches als eines der denkwürdigsten Ereignisse in die jüngere Sportgeschichte von Leipzig eingehen wird.
Ganz anders noch als vor zwei Wochen beim Spiel gegen den FSV Zwickau musste man dieses Mal auch bei frühzeitigem Erscheinen vor den Tickethäuschen anstehen. Verkauft wurden Tickets wie üblich für Stehplätze, Dammsitz und Tribüne, kontrolliert hat es im Stadion allerdings niemand. Becherpfand gab’s auch keinen. Auf dem oberen Rang des Norddamms hang ein schwarzes Banner mit dem Vereinslogo sowie den Geburts- und Sterbejahren 1990 und 2011. Kurz vor (dem wegen großen Andrangs verzögerten) Anpfiff kündigte der Stadionsprecher dort eine weitere Aktion an: Vier Leute hielten einen Sargdeckel nach oben. Das war alles, was den Fans des FC Sachsen zu dessen Abschied einfiel. Aus den Lautsprechern erklangen nachdenkliche Lieder von Herbert Grönemeyer, den Toten Hosen und anderen. Manche spendeten Trost, manche gaben Hoffnung, manche kündeten ganz einfach vom Abschied. Ja, im Alfred-Kunze-Sportpark herrschte andächtige Abschiedsstimmung.
Mit zehnminütiger Verspätung marschierten die Spieler beider Mannschaften aufs Feld. Die Grün-Weißen präsentierten dabei ein Banner mit der Aufschrift “DANKE an die geilsten Fans der Welt!”. Ein solches Banner hätte die Mannschaft seitens der Fans verdient gehabt. Auch jene Fans, die den Verein in den vergangenen Monaten im Stich gelassen haben, als die geilsten der Welt zu bezeichnen, grenzt an Sarkasmus. Die geilsten Fans der Welt sorgten nach nicht mal einer Minute für eine Spielunterbrechung, nachdem einige von ihnen auf den Rasen gelaufen waren und zuvor Feuerwerkskörper aufs Spielfeld geworfen hatten. Auf dem Norddamm explodierten auch einige Böller. Innerhalb der ersten 30 Minuten etwa aller zwei Minuten, anschließend nur noch sporadisch. Die Durchsage des Stadionsprechers, man schade damit dem Verein (finanziell), erntete nur noch bitteres Gelächter.
Zu den Merkwürdigkeiten dieses Tages zählten sicherlich auch die sportlichen Vorgänge. Der FC Sachsen, den ein großzügiger Umgang mit Großchancen erst in die sportliche Krise geführt hatte, ging heute bereits nach 15 Minuten mit 2:0 gegen die Spitzenmannschaft aus Bautzen in Führung. Fabian Schößler machte aus zwei Chancen zwei Tore. Im Anschluss schlich sich zwar die übliche Schludrigkeit im Torabschluss wieder ein, doch Sachsen blieb (wie gegen Zwickau) das klar überlegene Team. Und einmal mehr beschlich einen das Gefühl, dass dieses Team – rein sportlich betrachtet – in der kommenden Saison zu den Anwärtern auf einen der voraussichtlich dreieinhalb Aufstiegsplätze gezählt hätte. Budissa Bautzen hingegen gab heute im Gesamtpaket ein bizarres Bild ab. Interimstrainer Dirk Rettig wechselte schon in der ersten Halbzeit doppelt, Abwehrspieler Falk van Koick ließ einen FCS-Kicker allein aufs Tor zulaufen, um sich währenddessen beim Schiedsrichter über ein nicht geahndetes Foul zu beschweren, und das eine Dutzend mitgereister Budissa-Fans versammelte sich hinter einem “Ultrafanatics”-Banner, war aber zu sehr damit beschäftigt, das Unkraut im AKS zu bestaunen, um ultrafanatisch die eigene Mannschaft unterstützen zu können. Der Zusatz “No one likes us – We don’t care” sollte wohl ursprünglich “No one cares about us – We don’t like” heißen.
In der Halbzeitpause sollte eigentlich die Fußball-Hymne “You’ll Never Walk Alone” laufen. Tat sie zwar auch, musste jedoch kurz vor ihrer schönsten Stelle aufgrund des Beginns der zweiten Halbzeit vorzeitig abgebrochen werden. Wenige Minuten später setzte leichter Nieselregen ein, der sich für einige Minuten zu einem Schauer verstärkte. Die Zuschauer interessierte das mehrheitlich nicht, stattdessen besetzten klatschnasse Männer die Zäune und brüllten “Chemie!”. Das gehört zu den Dingen, die nur schwer zu begreifen sind. Kein einziger Fangesang kommt ohne die Worte “BSG” oder “Chemie” aus, doch trotzdem scheint es für viele so schwer vorstellbar, unter einer wiedervereinigten Flagge der BSG Chemie einen Neuanfang zu starten. Natürlich lassen sich die rechten Auswüchse des FC Sachsen (“So ein Jude!”, “Nur ein Leutzscher ist ein Deutscher!” halte ich auch für prinzipiell bedenklich) nur schwerlich mit den linken Diablos der BSG Arm in Arm vorstellen, doch gibt es beim FCS ja auch noch viele andere nun Heimatlose. Auf solche, die beim Anblick einer MDR-Kamera davon sprechen, dass man “diesen Fotzen in die Fresse schlagen” müsse, kann die BSG Chemie hoffentlich auch verzichten. Doch der Versuch zweier Leutzscher Vereine, die sich auf die selbe Vergangenheit berufen, ist gescheitert. Es geht nur gemeinsam.
Nachdem der symbolgewaltige Regenschauer Mitte der zweiten Halbzeit verschwand, übernahmen die Fans auf dem Norddamm die Regie. Einige Dutzend von ihnen kletterten über die Zäune und postierten sich direkt am Spielfeldrand, hinter dem Tor des Budissa-Schlussmannes. Der Schiedsrichter unterbrach die Partie für einige Minuten, bis er sich vergewissern konnte, dass die Lage unter Kontrolle war. Aber auch nur, weil die Sachsen-Anhänger offenbar doch nicht so weit gehen wollten, einen Spielabbruch zu provozieren. Sechs Ordner wären kaum dazu in der Lage gewesen, sie daran zu hindern. Während auf den Norddamm noch der eine oder andere Böller knallte, sang das ganze Stadion “Marmor, Stein und Eisen bricht, aber unsre Liebe nicht, alles, alles geht vorbei, Chemie, wir bleiben dir treu”. Also auch jene zwei Drittel unter ihnen, die nur zur Beerdigung anstandshalber vorbei schauten.
Schlusspfiff. Grün-Weiß rennt auf den Platz. Einige Richtung Bautzen-Kurve, wo bis zur Halbzeit noch eine Lok-Fahne hing. Die Meisten orientieren sich jedoch Richtung Sachsenstube und fordern “Antworten” vom Vorstand. Viele sind auch einfach nur auf dem Rasen, um sich zu verabschieden. Nach einigen Minuten der ersten Aufregung wird es ruhiger im Alfred-Kunze-Sportpark. Die Zuschauer, die auf den Rängen geblieben sind, schauen mit leerem Blick auf den Rasen, einige weinen, andere diskutieren die Gründe für das Ende des Vereins. Auf dem Spielfeld läuft ein kleines Mädchen, das sich die Tränen aus den Augen wischt, ein junger Mann hat seinen Kopf in seinen Fan-Schal vergraben. Spieler wie Daniel Heinze und Norman Lee Gandaa müssen getröstet werden. Letzterer wurde während der letzten beiden Jahre häufig als Chancentod verspottet. Heute verschoss er einen Elfmeter, so wie vor zwei Jahren gegen den selben Gegner. Nahezu jeder Fan auf dem Rasen umarmt ihn, versucht, ihn zu trösten. Lee Gandaa läuft zur Torauslinie, sinkt nieder, fängt wieder an zu weinen. Ein Frau gesellt sich zu ihm und nimmt minutenlang seinen Kopf in den Arm. Es sind Bilder, die große Menschlichkeit zeigen und zutiefst berühren.
Nach einer halben Stunde schlägt die Stimmung um. Laut Chemieblogger stürmen die FCS-Hooligans “Metastasen” das VIP-Zelt. Die Polizei setzt offenbar Pfefferspray ein, da später einige Menschen auf dem Boden liegen und mit Wasser im Gesicht behandelt werden. Fans dringen in die Sachsenstube ein und schnappen sich das Mikrofon. Wie ich später aufschnappe, sollen sie dabei Computer und Büroinventar zerstört und den Stadionsprecher geschlagen haben (ersteres halte ich für wahrscheinlich, letzteres nicht). Irgendjemand brüllt in das Mikro “Hallo! Hallo! Hallo! Der Vorstand will reden! Hallo! Chemie-Fans, kommt auf den Rasen zurück!” Nach einigen sehr verwirrenden und auch beängstigenden Minuten erscheinen Vorstand und Insolvenzverwalter am Fenster und auf dem Balkon der Sachsenstube. Sie rechtfertigen ihr Handeln, legen sich teilweise mit den Fans an. Einige von diesen haben nicht begriffen, woran ihr Verein nicht gescheitert ist (“Jagt Red Bull aus der Stadt!”), hätten gerne einfache Lösungen, pfeifen den Verweis auf ausgebliebene Mitgliedsbeiträge und Zuschauereinnahmen nieder. Zum Schluss ergreift wieder irgendein Fan das Mikro und will unbedingt Party machen. Stünde nicht die räumliche Distanz zwischen ihm und einem anderen Zuschauer auf dem Norddamm, würde es hier zu (weiteren) Handgreiflichkeiten kommen.
Später, an der Bushaltestelle, eilen plötzlich zwei Sachsen-Fans einem Auto hinterher, laufen zur Fahrerseite und schlagen zweimal auf den Fahrer ein, bevor dieser Gas gibt. Angeblich ein provozierender Lokist.
Was wird man vermissen?
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Grün-Weißes Requiem (Flohbude)
Tags: alfred-kunze-sportpark, bsg chemie, budissa bautzen, rb leipzig, sachsen leipzig

22. Mai 2011 um 23:47 |
Super Bericht, danke. Es scheint ja wirklich hoch hergegangen zu sein.
Was wird man vermissen? Prügelnde, rassistische, böllernde, randalierende Fans sicherlich nicht. Einen traditionsreichen Fußballklub, der ja auch zur (mindestens sportlichen) Identität dieser Stadt gehört, dagegen schon.
23. Mai 2011 um 09:09 |
Gute Analyse mit netten Fußnoten („No one cares about us – We don’t like“). Es ist wirklich bezeichnend, wie sich der FC Sachsen in den Stunden seines Untergangs präsentiert. Das habe ich so in Leutzsch auch noch nicht erlebt. Besonders bemerkenswert ist auch, dass offensichtlich sehr viele die Zusammenhänge nicht begreifen, die zu dieser misslichen Lage geführt haben. Die sind, du sagst es, alles andere als einfach, da spielt viel hinein, definitiv auch mehr als der Zuschauerrückgang und die nicht gezahlten Mitgliederbeiträge. Das war nicht ursächlich für den Niedergang, sondern lediglich symptomatisch. Wahrheiten können ja so bitter sein.
23. Mai 2011 um 09:54 |
Ja, die ausbleibenden Mitgliedsbeiträge und rückgängigen Zuschauerzahlen haben wohl noch den geringsten Anteil am Niedergang. Mit 100% Zahlenden sollte man eh nicht rechnen (ich weiß nun nicht, wie hoch die Quote durchschnittlich ist) und wenn man beim Derby trotz 8000 Zuschauern (was ja für sich genommen immer noch ne gute Zahl ist) unter der dort kalkulierten Marke bleibt, haben vielleicht nicht nur die Zuschauer was falsch gemacht.
Wenn man dann aber liest, dass für die kommende Saison bislang gerade mal ein Sponsor, der 9000 Euro eingebracht hätte, feststand… da sind sie alle abgesprungen vom sinkenden Schiff.
Fand es aber auch etwas erschreckend, dass die Leute da nun “Antworten” wollten. Die “Antworten” waren in den Tagen zuvor in der Zeitung zu lesen. Ich weiß nicht, was sie erwartet haben. Dass der Frust und die Wut das rationale Denken ausschalten, mag ich noch nachvollziehen, aber man sollte doch trotzdem in der Lage sein, zu erkennen, dass der Verein grundsätzlich wohl am Ende ist.
23. Mai 2011 um 11:25 |
Grün-Weißes Requiem…
„Der Verein wird im Rahmen des Insolvenzverfahrens abgewickelt“, sprach der Insolvenzverwalter und ich denke nur: Das ist der Gnadenschuss. Und: Danke. *** Es gab da mal einen Fan im Rollstuhl, verziert wie ein Karnevalswagen in Rio, alles in Grün und…
23. Mai 2011 um 12:01 |
Das ist natürlich ein Teufelskreis nach unten: Wem kannst du da noch verkaufen, dass es sich lohnt, auch nur einen Cent zu investieren? In einen Verein, der insolvent ist. An den offensichtlich die eigenen Fans nicht mehr glauben (aber: mit Tendenz zur Schizophrenie).
Über die Zuschauerzahl im Derby war ich sogar überrascht, ich fand sie beachtlich. Hat trotzdem nicht gereicht, geplant wurden wohl mit 12 000 (!).
Es ist zu spät, jetzt “Antworten” zu fordern, wenn man über Jahre hinweg keine oder die falschen Fragen gestellt hat.
23. Mai 2011 um 18:29 |
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