Da saßen sie alle in der ersten Reihe, die ergrauten Rektoren und Kanzler der mitteldeutschen Hochschulen (zum Beispiel Andreas Pinkwart von der Handelshochschule Leipzig), dazu Oberbürgermeister Burkhard Jung und Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich. Gar nicht so recht ins Bild passen wollte die dazwischen sitzende Beate Schücking, die ein gutes halbes Jahr nach ihrer Wahl nun endlich offiziell (und natürlich feierlich) in ihr Amt als Rektorin der Universität Leipzig eingeführt werden konnte. Damit folgt sie als erste Frau einer Schar von 966 männlichen Vorgängern.
Umrahmt wurde die ganze Veranstaltung von zwei musikalischen Stücken. Kurz nach Beginn der Investitur erschien ein ganz in Weiß gekleideter Gratulant mit einem Plakat, auf dem zu lesen war: “Investitur. Neue Rektorin. Universität Leipzig. Beate Schücking. Shalom. Glück auf.” Erster Festredner war Stanislaw Tillich, der diesen Tag als bedeutenden Schritt für die weibliche Emanzipation hervorhob. Eines von mehreren Themen, welches der Ministerpräsident kurz anschnitt, war der demografische Wandel. Dieser brächte einen Rückgang von Studienanfängern aus Sachsen mit sich. Die Kampagne Abenteuer FernOst hätte sich als Erfolg erwiesen. So käme mittlerweile jeder vierte Studienanfänger aus Westdeutschland. Ausbaufähiger als diese Quote wäre jedoch noch die Quote der Absolventen, die dem Freistaat nach ihrem Studium erhalten bleiben – aktuell 54%.
Es folgte Oberbürgermeister Burkhard Jung, der Leipzig als “Stadt der Wissenschaft” bezeichnete. 50 000 Menschen sind es angeblich, die als Studenten, Angestellte, usw. in Einrichtungen der Wissenschaft tätig sind. Jung sprach seine Hoffnung aus, dass die Universität wieder so zum Alltag der Stadt gehören werde wie einst vor 100 Jahren. Brav bedankte sich der OBM zudem bei Tillich für den hübschen Campus (Anmerkung: Der hoffentlich auch mal irgendwann fertig wird), mahnte jedoch auch an, dass die Stadt in wichtigen Gremien angemessen vertreten sein müsste.
Die frisch ins Amt eingeführte Beate Schücking verabschiedete die drei ehemaligen Prorektoren und bestellte die drei neuen. Bei deren Bezeichnungen wurde sehr gut sichtbar, wo Schücking ihre Schwerpunkte setzt. “Strukturelle Entwicklung” heißt nun “Entwicklung und Transfer”, “Forschung und wissenschaftlicher Nachwuchs” heißt “Forschung und Nachwuchsförderung” und aus “Lehre und Studium” wurde “Bildung und Internationales”. In ihrer anschließenden Antrittsrede bedankte sich Schücking bei den anwesenden Gästen (Ehrensenatoren, Politiker (z.B. Monika Lazar), Wirtschaftsvertreter, Stadträte, Angehörige der Uni, Freunde, …). Erblickt habe ich zudem Zoodirektor Jörg Junhold, Altrektor Franz Häuser, LVZ-Chefredakteur Bernd Hilder, KMW-Professor Hans-Jörg Stiehler und – selbstverständlich – die so genannte “Schwarze Witwe”. Schücking sprach von den Grenzen, die der Universität von innen und außen gesetzt würden. Auch wenn sie es etwas anders formulierte, meinte sie damit wohl im Wesentlichen das Verharren in der schönen, langen Uni-Tradition, provinzielles Denken, verkrustete Bürokratie und den radikalen Sparkurs der sächsischen Landesregierung. Ihren Rektoren-Posten bezeichnete Schücking als den “beruflichen Höhepunkt meines Lebens”.
In den anderthalb Stunden wurden viele Danksagungen ausgesprochen und langfristige Träume und Visionen in die Welt gesetzt. Zunächst einmal wäre es schön, wenn Studenten und Lehrkräfte in den nächste Monaten und Jahren spürbare Verbesserungen wahrnehmen könnten.
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Tags: beate schücking, investitur

9. Dezember 2011 um 17:27 |
[...] mir vorbei. Zunächst war da beispielsweise die „Schwarze Witwe“ (die u.a. auch schon hier, hier und hier anwesend war), die sich mit einer Selbstverständlichkeit ihren Weg durch die [...]
23. Dezember 2011 um 16:28 |
[...] mit David), Grönemeyer platzierte mal wieder ne Bombe in Leipzig und Peer Steinbrück sowie Beate Schücking beehrten die Uni (die eine mehr, der andere weniger dauerhaft) mit ihrer Anwesenheit. Von den [...]