Spangenberg und „Pro Sachsen“ – die AfD antwortet

Vor einer Woche hatte ich mich hier und hier mit der „Causa Spangenberg“ befasst. Kurz zusammengefasst ging es dabei darum, dass Detlev Spangenberg, zukünftiger AfD-Landtagsabgeordneter in Sachsen, auf sein Amt als Alterspräsident verzichten wird, nachdem verschiedene Medien über seine Vergangenheit bei rechtsgerichteten Gruppierungen berichtet hatten. Eine davon war „Pro Sachsen“, der Regionalverband des in mehreren Verfassungsschutzberichten des Rechtsextremismus verdächtigten „Pro Deutschland“. Spangenberg widersprach gegenüber MDR und Sächsischer Zeitung den Darstellungen, dort als Geschäftsführer tätig gewesen zu sein. Er habe mit „Pro Sachsen“ in Kontakt gestanden, sei aber kein Mitglied gewesen.

Bei einer simplen Googlesuche nach Spangenberg und „Pro Sachsen“ fand ich einige Indizien dafür, dass es mehr als nur Kontakte gegeben hat. Hier wird Spangenberg als „Geschäftsführer“ bezeichnet (6. Absatz) und hier als Beisitzer im Vorstand. Dies und das legen zudem weitere konkrete Aktivitäten nahe.

Daraufhin bat ich die Pressestelle der sächsischen AfD, den scheinbaren Widerspruch von Spangenbergs Aussagen und den Fundstücken im Netz zu erklären. Pressesprecher Julien Wiesemann antwortete mir:

Herr Spangenberg hat in einer Vorstandssitzung seines Kreisverbandes, dem ich selbst angehöre, erklärt, dass er nur Mitglied in Henry Nitzsches Wählervereinigung Arbeit-Familie-Vaterland war und nur in diesem Zuge kurze Zeit Mitglied bei Pro Sachsen (es entzieht sich meiner persönlichen Kenntnis, ob diese Mitgliedschaft dann ggf. eine „automatische Doppelmitgliedschaft“ war). Da der Verein Pro Sachsen e.V. u.a. von Mitgliedern dieses Bündnisses ins Leben gerufen wurde, habe man Herrn Spangenberg als Berater in den Vorstand kooptiert. In diesem Zuge habe man ihn als relativ neutralen Vertreter auch gebeten, die Veranstaltung von Pro Sachsen mit Herrn Rouhs zu moderieren, weshalb er diese auch eröffnet habe. Geschäftsführer oder gewählter Beisitzer war Herr Spangenberg laut eigener Aussage zu keiner Zeit. Diese Funktion(en) füllte er beim u.a. von ihm ins Leben gerufenen BFD aus.

Eine Einschätzung, in welcher Funktion Spangenberg nun tatsächlich bei oder für „Pro Sachsen“ tätig war, maße ich mir nicht an. Dafür ist „Auf irgendwelchen zwielichtigen Seiten im Internet was gefunden“ als Faktenbasis deutlich zu dünn. Klar scheint jedoch, dass Spangenberg mindestens im Zeitraum von August 2010 bis Mai 2012 bei Veranstaltungen in Zusammenhang mit „Pro Sachsen“ oder „Pro Deutschland“ als Redner in Erscheinung getreten ist. Das ist für sich genommen schon fragwürdig genug.

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Eine Antwort zu Spangenberg und „Pro Sachsen“ – die AfD antwortet

  1. Frederik schreibt:

    Das ist sehr, sehr wenig!

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