Was uns erwartet

Am späten Freitagabend verübten mindestens sieben islamistische Terroristen in Paris einen der schwersten Anschläge der europäischen Nachkriegsgeschichte. Nach derzeitigen Informationen sind 129 Todesopfer zu beklagen. Etwa 100 Menschen wurden schwer verletzt – es steht also zu befürchten, dass die Zahl der Toten noch weiter steigen wird.

Eine schreckliche Tat, die angemessene Trauer über den Verlust so vieler Menschenleben verlangt. Trauer, die im Übrigen auch die Opfer ähnlicher terroristischer Anschläge beispielsweise in Syrien verdienen. Täglich.

Es dauerte am Freitag nur wenige Minuten und schon gingen die ersten prominenten, rechten Hetzer in die Spur. Weitere folgten am Samstag. Einige Beispiele:

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Das verbindende Element aller Aussagen lautet: Zwischen den Geflüchteten, die Deutschland erreichen, und den faschistischen Massenmördern in Paris besteht ein Zusammenhang. Alle drei argumentieren dabei vollkommen frei von Fakten. Nicht auf das Konto des islamistischen Terrors gehen in diesem Jahr mehr als 600 Anschläge in Deutschland – sondern auf das des rechtsextremen. Auch in Leipzig nimmt die Zahl der Vorfälle seit einigen Wochen rasant zu.

Ausgerechnet der ansonsten für jeden Law-and-Order-Populismus zur Verfügung stehende Polizeigewerkschafter Rainer Wendt erklärte zudem: „Nichts deutet darauf hin, dass IS-Kämpfer unter den Flüchtlingen sind.“ Ähnlich äußerte sich vor einem Monat bereits Bundesinnenminister Thomas de Maizière.

Diese Fakten werden Pegida, Legida und all die anderen rassistischen Volksbewegungen ebenso wenig interessieren wie die AfD und die Rechtspopulisten innerhalb der Union. Sie werden verstärkt Stimmung gegen muslimische Flüchtende machen und jeden von ihnen mit einem potentiellen Terroristen gleichsetzen. Dass die meisten Muslime selbst vor den IS-Terroristen geflohen sind, ist ihnen egal.

Vor diesem Hintergrund erschien es mir noch am Freitagabend wichtig, auf die möglichen Folgen der laufenden Hetze gegen Muslime aufmerksam zu machen. Auf Twitter schrieb ich:

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Diese Aussage bekam einigen Zuspruch, landete aber auch im Visier einiger rechter Multiplikatoren, deren Follower fortan im Minutentakt kommentierten. Eine Auswahl:

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Es folgen meine persönlichen Top Five:

5.

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Leider definitiv außer Konkurrenz:

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Wir sind ja keine Rassisten. Aber wir werden halt wütend, wenn jemand zur Solidarität mit muslimischen Geflüchteten aufruft und dabei das Wort „Rassist“ verwendet.

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2 Antworten zu Was uns erwartet

  1. David Plotzki schreibt:

    :O
    Gibt es diese Menschen etwa… wirklich?! Ein Tweet der Solidarität löst so eine Schlammlawine aus? Wie viele von denen sind wohl Trolle? Naja, ich kann gerade einfach nur mit dem Kopf schütteln und muss jetzt erstmal ignorieren, dass die kognitive Dissonanz zwischen »Deutschland ist ein anständiges Land« und der Realität wieder ein bisschen stärker wird.

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